blutgruppendiaet

Was Du über die Blutgruppendiät schon immer wissen solltest.

(Stoffwechseldiät) – Die Ernährung passend zur Blutgruppe gestalten und abnehmen. Das klingt zu schön, um wahr zu sein? Genau diese Theorie verfolgt jedoch der amerikanische Naturheilkundler Peter D’Adamo mit der Blutgruppendiät.

Der Blutgruppendiät zur Folge reagieren Menschen mit unterschiedlichen Blutgruppen, auf Nahrungsmittel verschieden. So sind bestimmte Nahrungsmittel sehr gesund und förderlich für die Gewichtskontrolle. Andere wiederum schaden einem je nach Blutgruppe und man reagiert unverträglich auf die entsprechenden Lebensmittel.

Dieser Theorie zur Folge sollte man seine Ernährung nach seiner Blutgruppe ausrichten. Was es mit der Blutgruppendiät auf sich hat und ob diese Form der Diät wirklich sinnvoll ist, erläutere ich im folgenden Artikel.

Hintergründe zum Erfinder der Blutgruppendiät

Peter J. D’Adamo ist 1956 in New York geboren und ist ein Naturheilmediziner mit dem akademischen Grad des Naturopathic Doctor, wohnhaft in den USA. Seine Forschungen beschäftigen sich seit mehreren Jahren mit dem Einfluss der Gesundheit und Ernährung im Zusammenhang mit den verschiedenen Blutgruppen.

Seine Ideen der Blutgruppendiät hat Peter J. D’Adamo bereits im Jahr 1996 als Buch veröffentlicht. Das Buch Vier Strategien für ein gesundes Leben“ („Eat Right 4 Your Type“) wurde weltweit erfolgreich vertrieben und hat auch in Deutschland viele Anhänger. Jedoch ist die Blutgruppendiät nicht nur unter Wissenschaftlern höchst umstritten. Dazu jedoch im Laufe des Artikels mehr.

Blutgruppendiät: Die grundlegende Theorie der Blutgruppen

Die Blutgruppen werden in vier Eigenschaften unterteilt, die sich unter anderem durch unterschiedliche Eiweiße unterscheiden. Der Begriff für diese Eiweiße nennt sich auch Antigene. Bei der Blutgruppe „AB0“ werden die Charakteristika A, B, AB und 0 voneinander abgegrenzt. A und B sind dabei die jeweils genannten Antigene, welche auf der Oberflächenstruktur der roten Blutkörperchen vorhanden sind.

Während die Blutgruppe 0 keines dieser Antigene aufweist, ist bei der Blutgruppe A das Antigen B nicht vorhanden. Bei der Blutgruppe B das Antigen A nicht existent. Die Blutgruppe AB weißt demzufolge beide Eiweiße auf. Jede Blutgruppe enthält neben den verschiedenen Antigenen (Zur Erinnerung: Eiweiße) auch noch Antigen-Antikörper.

Das eigene Blut enthält selbstverständlich keinerlei Antikörper gegen die eigene Blutgruppe, sowohl aber gegenüber den anderen Blutgruppen. Eine entsprechende Gegenüberstellung spare ich mir und erspare ich dir an dieser Stelle.

Wie somit nun zu sehen ist, sind die einzelnen Blutgruppen aufgrund der vorhandenen Antikörper untereinander nicht kompatibel. Bei einer Vermischung würde das Blut einfach verklumpen, dieser Vorgang wird auch Hämolyse genannt, und der Empfänger könnte im schlimmsten Fall versterben.

Als Ausnahme gilt dabei die Blutgruppe Null, die als universelles Spenderblut angesehen wird. Das Gegenstück ist die Blutgruppe AB, die ein Universalempfänger ist. Aufgrund der Weiterentwicklung notwendiger Bluttransfusionen wird heute jedoch nicht mehr Vollblut, sondern einzelne Blutbestandteile, wie zum Beispiel das Blutplasma, übertragen.

Der Begriff des Universalspenders, der als Synonym für den Universalspender für Vollblut steht, wurde in den neunziger Jahren durch den Begriff Universalspender für Erythrozyten ersetzt. Das Gleiche gilt für die Universalempfänger. Auch hier spricht man nun nicht mehr vom Universalempfänger für Vollblut, sondern vom Universalempfänger für Erythrozyten.

Bei Blutplasma verhält sich das Verhalten genau umgekehrt. Hier ist Blutgruppe AB der Universalspender und die Blutgruppe 0 der Universalempfänger.

Für einen kurzen Überblick der Blutgruppen sollte das genügen. Wenn du Interesse an einer detaillierteren Beschreibung hast so wende dich an die entsprechende Fachlektüre. Alles andere würde in diesem Artikel zu weit führen.

Die These von D’Adamo aufbauend auf den Blutgruppen.

Nach dem grauen Theorieteil der Blutgruppen, welche aber wichtig waren zum Verständnis der Theorien von D’Adamo, nun zum Teil warum die Ernährung auf die verschiedenen Blutgruppen angepasst werden sollte.

Wie wir wissen, verklumpt das Blut aufgrund von Antikörpern bei einer Vermischung mit nicht-kompatiblen Fremdblut. Ähnliche Probleme stellen sich ein, wenn man Nahrungsmittel zu sich nimmt. Schuld daran sind die sogenannten Lektine, welche komplexe Proteine sind. Lektine kommen in verschiedenen Lebensmitteln bzw. Nahrungsmitteln vor wie zum Beispiel:

  • Getreide,
  • Hülsenfrüchte,
  • Nüsse,
  • Eier,
  • Milchprodukte,
  • Und so weiter und sofort …

Lektine werden neben Pflanzen auch von Tieren oder Mikroorganismen gebildet. Den ganzen tiefergehenden Inhalt hinsichtliche chemischen Aufbau lasse ich an dieser Stelle unter den Tisch fallen. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass einige Lektine giftig sind und dem Körper Schaden zufügen können. Die Folgen können von einfachen Magenbeschwerden bis hin zur Mortalität führen.

Andere Lektine verlieren ihre toxische Wirkung nach dem Erhitzen. Dies ist bei vielen Gemüsesorten der Fall. Es gibt jedoch auch Lektine, wie zum Beispiel die aus der Kartoffel, die sind nicht giftig. Abschließend bleibt zum Thema Lektine zu sagen, dass wir in einer ausgewogenen und gesunden Ernährung mit reichlich Gemüse täglich mit Lektinen in Berührung kommen und sich das Thema nur dramatischer anhört als es in Wirklichkeit ist.

Um nun wieder auf D’Adamo und seiner Theorie zur Blutgruppendiät zurückzukommen. D’Adamo geht sogar so weit, dass Ernährung die nicht zur Blutgruppe passt, nicht nur Übergewicht zur Folge hat, sondern auch verschiedene Krankheiten auslöst. Die Auslöser sollen eben jene Lektine sein, die nach dem Verzehr in den Blutkreislauf geraten.

Je nach Blutgruppe reagiert man laut D’Adamo auf die verschiedenen Lebensmittel unterschiedlich. Lektine die für die eine Blutgruppe schädlich sind, also quasi wie eine andere Blutgruppe inkompatibel, kann für die andere Blutgruppe genau das Gegenteil bewirken und gesundheitlich förderlich sein. D’Adamo nimmt also das Verhalten der Blutgruppen untereinander und wendet dieses Verhalten auf Lebensmittel an.

Was die Blutgruppendiät nicht ausschließlich ist.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Diät immer auch mit einer Gewichtsreduktion gleichgesetzt. Dies ist jedoch, wenn man es ganz genau nimmt, nicht korrekt. Eine Diät ist in erster Linie einfach nur eine bestimmte Ernährungsweise. Das Wort Diät ist entlehnt aus dem Griechischen Wort díaita und stand ursprünglich für Lebensweise oder Lebensführung.

Eine Diät kann also vielfältige Gründe haben und ist einfach nur eine spezielle Ernährung. Diäten werden unter anderem angewandt bei:

  • Chronischen Erkrankungen,
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • Stoffwechselerkrankungen,
  • Krankhaftes Untergewicht.

Eine Diät bei Übergewicht respektive Adipositas ist korrekterweise eine Reduktionsdiät. Auch die Blutgruppendiät versteht sich nicht ausschließlich als Reduktionsdiät, sondern soll der allgemeinen Gesunderhaltung des Körpers dienen. Jede Blutgruppe hat nach der Blutgruppendiät ihre eigenen Stärken, Schwächen und Krankheitsrisiken die ich im Folgenden genauer vorstelle.

Blutgruppendiät: Die Blutgruppe 0

Vor ungefähr 40.000 Jahren begannen die ersten modernen Menschen, die Cro-Magnon-Menschen, die Erde zu bevölkern. Die Blutgruppe 0 ist die sogenannte Ur-Blutgruppe und die älteste bekannte Blutgruppe beim Menschen. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine weiteren Blutgruppen, außer der Blutgruppe 0.  Alle weiteren Blutgruppen sind erst durch die weitere Evolution entstanden.

Der Ausgangspunkt dieser Blutgruppe befindet sich in Afrika, auch als Wiege der Menschheit bekannt. Alle Menschen mit der Blutgruppe 0 gehören zu der Kategorie Jäger und Sammler. Daraus erschließt sich, dass Menschen mit dieser Blutgruppe in der Blutgruppendiät hauptsächlich Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse verzehren sollten.

Aufgrund der Ur-Gene sollte der Blutgruppentyp 0 jedoch auf Milchprodukte, Hülsenfrüchte oder Getreide verzichten. Diese Lebensmittel sorgen ansonsten für Übergewicht, schaden dem Stoffwechsel und sorgen für unterschiedliche Krankheiten.

Im Allgemeinen gelten Menschen nach D’Adamo mit der Blutgruppe 0 für stark, widerstandsfähig und tendieren dazu sich stärker durchzusetzen als Menschen mit anderen Blutgruppen. Allgemein hat der Blutgruppetyp 0 einen guten Stoffwechsel, wenn er moderne Nahrungsmittel meidet, ist stark resistent gegen Krankheiten und Infektionen und hat eine kräftige Verdauung.

Jedoch neigt der Blutgruppentyp 0 zu Allergien, Geschwüren und verschiedenen Krankheiten mit Entzündungen. Diese werden insbesondere durch aktuelle Umweltbedingungen und neuen Ernährungsweisen gefördert.

Die Blutgruppe A in der Blutgruppendiät

Die Blutgruppe A ist die zweitälteste Blutgruppe und mit 43 % die am stärksten vertretende Blutgruppe in Deutschland. Davon haben ca. 37% der Menschen die Blutgruppe A Rhesus positiv und 6% Blutgruppe A Rhesus negativ.

Während die Blutgruppe 0 von den Jägern und Sammlern geprägt war, stand die Blutgruppe A ganz im Zeichen jener Menschen, die sesshaft wurden und sich von Ackerbau und Viehzucht ernährten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass dieser Blutgruppentyp sich in der Blutgruppendiät weitestgehend von vegetarischer Kost und unbehandelten Lebensmitteln ernähren sollte. Dazu gehören unter anderem:

  • Hülsenfrüchte,
  • Soja,
  • Weizen oder
  • Obst.

Statt Fleisch zu essen, sollten Menschen mit der Blutgruppe A hauptsächlich Fisch und Meeresfrüchte verzehren. In geringem Maße können auch Milchprodukte, Eier und Geflügel während der Blutgruppendiät auf dem Speiseplan stehen.

Im Gegensatz zum Jäger und Sammler, ist der Blutgruppentyp A eher ein sesshafter Zeitgenosse mit starken analytischen Fähigkeiten, der sich außergewöhnlich gut an die Veränderungen seiner Umwelt anpassen kann. Jedoch neigt der Typ-A dazu Proteine aus Fleisch schlechter zu verstoffwechseln, was auch zu Verdauungsproblemen führen kann.

Der Blutgruppentyp A ist anfällig für Krebserkrankungen, Diabetes und neigt dazu Probleme mit der Leber und Gallenblase zu bekommen. Auch für Herzkrankheiten ist dieser Typ anfällig und sollte dementsprechend einen ruhigeren Lebenswandel frönen.

Sportarten wie Yoga sind zu empfehlen. (Tipp: Das Große Yoga-Fettverbrennungs-Video-Handbuch). Aber auch ausgiebige Sparziergänge und eventuelle Pilgertouren um mit sich in Einklang zu kommen, sind für den Typ A anzuraten und eine gute Ergänzung zur Blutgruppendiät. Grundsätzlich sollten Menschen mit der Blutgruppe A jeglichen Stress so gut es geht vermeiden und ihrem Blutzuckerspiegel durch viele kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt konstant halten.

Die Blutgruppe B – Ursprung im eurasischen Raum

Die Blutgruppe B ist weltweit mit nur 11% Anteil recht selten vertreten. Schaut man sich jedoch den eurasischen Raum oder im Schwerpunkt Asien an, ist die Blutgruppe B deutlich stärker vorhanden, als im europäischen Raum.

Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Blutgruppe B ihren Ursprung offensichtlich bei den Nomadenvölkern hat und sich in den Breitengraden des Himalajas entwickelte. Der Blutgruppentyp B ist sehr flexibel in seiner Nahrungswahl und kann auf eine große Vielfalt zurückgreifen.

Der „Nomade“ sollte Nahrungsmittel wie Weizen, Huhn, Roggen oder Schalentiere meiden. Zu empfehlen sind die meisten Fleischsorten wie zum Beispiel Wild. Auch Fisch oder Milchprodukte können sehr gut im Speiseplan während der Blutgruppendiät bei der Blutgruppe B Anwendung finden.

Menschen mit der Blutgruppe B punkten mit einem starken Immunsystem und kann sich sehr gut auf mögliche Umweltveränderungen und damit verbundenen Ernährungsumstellungen arrangieren. Dafür ist der Blutgruppentyp B anfällig für Stress und für seltene Krankheiten, die das Immunsystem angreifen.

Die Blutgruppe AB – Das Küken in der Blutgruppendiät

Die Blutgruppe AB ist die jüngste Blutgruppe in der Menschheitsgeschichte und hat sich erst vor knapp 3000 Jahren entwickelt. Menschen mit dieser Blutgruppe sind nach D’Adamo am besten an den heutigen Lebensbedingungen angepasst. Die Verbreitung dieser Blutgruppe ist jedoch mit nur 4% sehr gering.

In der Blutgruppendiät steht für Menschen mit der Blutgruppe AB eine ausgewogene Mischkost auf dem Speiseplan. Der Schwerpunkt sollte jedoch auf vegetarische Speisen liegen mit einem geringen Anteil an Fleisch. Weizen und geräucherte Waren sollten gänzlich vermieden werden.

Die charakterliche Vielseitigkeit und das mitfühlende Wesen prägen Menschen mit der Blutgruppe AB. Sie sind sehr vielseitig und können auf ein aktives und starkes Immunsystem zurückgreifen. Jedoch ist der Blutgruppentyp AB anfälliger für Krebserkrankungen, ist krankheitsanfällig für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Auch der Verdauungsapparat ist eher instabil und sollte besondere Beachtung finden.

Kritik an der Blutgruppendiät

Wie fast jede Diät muss sich die Blutgruppendiät einiger Kritiken stellen. Insbesondere aus der Ecke der Wissenschaftler wird die Diät sehr kritisch beäugt. Ein wissenschaftlicher Beleg fehle vollständig und Rückschlüsse von der Blutgruppe auf die passende Ernährung seien nicht möglich.

Auch die Wahl der Lebensmittel, die für die jeweilige Blutgruppe in der Blutgruppendiät geeignet seien, muten sich eher willkürlich gewählt an, als wirklich beweisbar logisch. Zudem sind einige Aussagen zur Blutgruppendiät schlicht fehlerhaft und stützen sich reine Namensverwechslungen.

Institutionen wie zum Beispiel die Stiftung Warentest, aber auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, raten von der Blutgruppendiät ab. Behauptungen, dass Blutzellen durch die Aufnahme von Lektinen verklumpen konnte nicht nachgewiesen werden und auch Belege für die therapeutische Wirksamkeit der Blutgruppendiät fehlen vollständig.

Blutgruppendiät – das Fazit

Die Blutgruppendiät spaltet die Lager. Während die eine Gruppe davon abrät, gibt es auf der anderen Seite viele Menschen, die dank der Blutgruppendiät ein gesünderes Leben führen. Hier muss jedoch realistisch der Unterschied von Kausalität und Korrelation einbezogen werden.

Dank der Blutgruppendiät werden sich viele Menschen einfach nur gesünder und bewusster ernähren. Diese positive Ernährungsumstellung hat natürlich einen direkten Einfluss auf die Gesundheit und auch auf eine Gewichtsabnahme.

Ob nun wirklich die passenden Lebensmittel zur jeweiligen Blutgruppe die Ursachen sind, darüber kann sicherlich gestritten werden. Aber wenn die Blutgruppendiät zum gewünschten Erfolg führt, gilt am Ende die Regel: „Wer heilt, der hat recht“.

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